2021/01/27

von Christoph Mahr

In vielen Veränderungsprozessen werde heutzutage Führungskräfte insbesondere auf oberen Hierarchieebenen durch individuelles Coaching unterstützt. Das ist richtig und absolut berechtigt, denn Führungskräfte sind in der Regel in diesen Prozessen immensen Belastungen und Spannungen ausgesetzt. Gleichzeit bieten Veränderungen großes Potential für Entwicklungen. Kaum eine andere Maßnahme ist da so wirkungsvoll wie individuelles Coaching.

Doch was ist mit all den anderen? Mittlere Kader, Teamleiter*innen, Projektleiter*innen, Mitarbeiter*innen? Sie alle sind von Veränderungen betroffen, reagieren manchmal emotional, fühlen sich oft der Situation ausgeliefert oder gar als Opfer. Führungskräfte fragen sich dann schnell, wie denn dieser vermeintliche Widerstand zu „brechen“ sei. In der Folge kommen sie mit dieser Situation auch an ihre Grenzen, und es entsteht eine unglückliche Spirale der Ohnmacht.

Andererseits ist individuelles Coaching ein Prozess, der zeitlichen Aufwand und eine finanzielle Investition bedeutet, und deshalb meist nicht für alle möglich und finanzierbar ist. Mit greytogreen® gibt es hierfür ein hervorragendes Trainings- und (Selbst-) Coachingprogramm, dass auf Grund seiner Standardisierung und seiner klaren Struktur, leicht skalierbar und für eine breite Anwendung in Unternehmen bestens geeignet ist.

Wenn der Autopilot übernimmt

Begegnen wir Menschen einer Situation (z.B. einer Veränderung), wird das limbische System unseres Gehirns blitzschnell entscheiden, ob die Situation erstens im Moment relevant und zweitens eventuell bedrohlich ist. Kommt es zum Schluss, dass eine Situation sowohl relevant als auch potenziell bedrohlich ist, wird es unmittelbar die neuronalen Netzwerke aktivieren, die in der Vergangenheit erfolgreich waren (belohnt wurden) im Umgang mit vergleichbaren Erlebnissen. Diese neuronalen Netzwerke beinhalten Überzeugungen, Annahmen und Gedanken über die Situation, mit entsprechenden Gefühlen und körperliche Reaktionen (erhöhter Puls, Schweißausbruch, Zittern, Bauchweh…).

Unser Bewusstsein wird über diese Entscheidung des Unbewussten nachträglich lediglich informiert. Es hat also gar kein Mitspracherecht bei der Entscheidung, welches neuronale Netz aktiviert wird. Es geschieht einfach mit uns. Ein unwillentlicher Prozess.

Es gibt deshalb keinen Grund sich selbst oder andere für diese unwillentlichen Reaktionen abzuwerten.

Hat der emotionale Autopilot allerdings erst einmal übernommen, beeinflusst er unsere Wahrnehmung und die Bildung von Annahmen über die Welt. Wir sehen plötzlich die Dinge viel bedrohlicher als sie vielleicht sein mögen, wir bauen unsere eigenen Geschichten, die wiederum (meist negative) Emotionen auslösen.

Wir fühlen uns der Situation ausgeliefert, empfinden uns bestenfalls als passiver Zuschauer oder gar als Opfer. Wir sind in einem grey-Zustand.

Die Wahrnehmung dieser Autopilot-Reaktionen ist also der erste Schritt zu einem bewussteren Umgang mit Veränderungen.

(Negative) Emotionen als Weckruf nutzen

Gegen die aufkommenden Emotionen sind wir also (zunächst) machtlos. Anstatt uns für diese Emotionen abzuwerten oder gar zu schämen können wir sie aber als einen Weckruf, als eine wichtige Information und Botschaft unserer Systems nutzen. Dann haben wir die Chance innezuhalten und uns selbst zu coachen, um Situationen anders zu erleben.

Mit dem greytogreen® Programm lernen Menschen dies strukturiert durch folgende Fragestellungen:

  • Welche alternativen und gleich-gültigen Blickwinkel kann ich mir zu dieser Situation vorstellen und annehmen?
  • Für welches Handeln kann ich mich dadurch bewusst entscheiden? Was genau kann ich beeinflussen?
  • Und wie kann ich das was ich tue, vor allem auch mit Freude tun?

Unsere Erfahrungen damit: Menschen lernen Ihre eigenen (negativen) Emotionen, aber auch die der anderen anzunehmen, zu bejahen, und als wichtige Information und als Weckruf zu verstehen. Sie lernen dann zu unterscheiden was Annahmen oder Fakten einer Situation sind, mit dem Vorteil, dass die eigenen Annahmen jederzeit veränderbar sind, in eine Richtung, die neue Handlungsoptionen und Energie freisetzt (Green-Zustand). Menschen werden dadurch zum aktiven Gestalter des Changes und nicht zu dessen Opfer.

Dies ist schon alleine für jeden einzelnen von uns erstrebenswert. Daraus eröffnen sich aber für ein Team und eine ganze Organisation sehr

 

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