2021/02/03

von Michael Schwarz

Die Antwort hierauf ist: beides – oder präziser: wenn Menschen (zusammen) mit Motivation und Energie, den benötigten Fähigkeiten und Stärken an relevanten Themen arbeiten, die für sie Sinn machen, dann kann sich grossartige Leistung entfalten.

Zunächst braucht es ein möglichst klares Verständnis darüber, was wir erreichen wollen und warum, und das auf allen Ebenen eines Unternehmens. Insbesondere wenn wir unser Geschäft weiter entwickeln wollen (neue Produkte / Services, Prozesse, Geschäftsmodelle, etc.) bedeutet dies in der Regel Veränderung. In den allermeisten Fällen müssen wir Dinge anders anpacken und unsere Art des (Zusammen-)Arbeitens neugestalten.

Um dies zu erreichen ist es wichtig zu verstehen, dass es die Menschen in unseren Organisationen sind, die am Ende des Tages die Ergebnisse liefern, jede und jeder Einzelne! In einer funktionalen und system-theoretischen Betrachtung wird dies sehr gut im Integrierten Management System (IMS)®von Fredmund Malik zum Ausdruck gebracht. Es gibt gute Orientierung für das richtige Design von Management-Prozessen. Wenn wir aber nur diese „rationale“ Seite berücksichtigen, dann verspielen wir viel Potenzial für hervorragende Leistung und Zufriedenheit.

Der amerikanische Philosoph Dan Dennett beschreibt das so:

„Das Bewusstsein des Menschen gleicht einem Regierungssprecher, der Entscheidungen zu verkünden hat, bei deren Entstehung er nicht dabei war und deren wahren Gründe er auch nicht kennt“.

Diese unbewusste, emotionale Seite der Menschen spielt bei der kraftvollen Umsetzung von Strategien eine entscheidende Rolle. Was hilft Führungskräften, um diese Seite noch besser zu berücksichtigen? Wie kann ein ganzheitliches Herangehen aussehen?

  • Richtung & Orientierung
    Die Grundlage bildet ein gemeinsames Verständnis über den Sinn & Zweck der Organisation, unserer Mission und die Langfrist-Ziele. Diese können dann in Schlüssel-Initiativen, sinnstiftende und greifbare Ziele, gewünschte Ergebnisse und Indikatoren für Feedback übersetzt werden. Hierzu gibt es hilfreiche Ansätze, ob aus der System-Theorie oder anderen Management-Philosophien (Ikigai, Hoshin Kanri, etc.). Entscheidend hierbei ist eine horizontale und vertikale Beteiligung & Einbindung der Führungskräfte und Mitarbeiter.

  • Überzeugende & inspirierende Story (Narrativ)

    Die emotionale Seite von Menschen sprechen wir an, indem wir Notwendigkeit vermitteln, Sinnhaftigkeit entstehen lassen und das Vorhaben als machbar wahrgenommen wird. Menschen wollen eingeladen sein, daran mitzuwirken und Teil des Erfolgs zu werden. Eine gute Story bereitet unsere Entscheidung vor, ob und wie wir uns einbringen wollen! Karin Fagetti hat dies in ihrer Sichtweise über „Corporate Story“ beschrieben. Die Kraft einer guten Story zeigt sich immer wieder, unabhängig von den Herausforderungen. Sie ist definitiv ein wesentlicher Baustein der Führung, um Menschen auch emotional anzusprechen, sie neugierig zu machen und ihren urmenschlichen Bedürfnissen nach Zugehörigkeit und Selbstwert gerecht zu werden.

  • Bewusstes Handeln und Selbst-Führung stärken
    Neben den Fähigkeiten zur Erfüllung unserer Aufgaben braucht es noch mehr: nämlich die Fähigkeit, uns unserer eigenen ganz persönlichen Hindernisse, Emotionen, Ängste und Bedürfnisse klar zu werden und damit gut umgehen zu können. Diese „power skills“ sind es, die uns immer wieder erlauben, noch konstruktiver zusammenzuarbeiten und Eigenverantwortung zu leben. Die Hintergründe hierzu, gerade aus den Neuro-Wissenschaften, hat Christoph Mahr in seiner Sichtweise „Führungskräfte-Coaching in Veränderungsprozessen …“ bestens dargestellt: Emotionen als Weckruf zu nutzen und wieder in ein konstruktives, bewusstes Handeln zu kommen. Hierfür gibt es heute einfach zu erlernende Methoden – greytogreen® ist eine solche, die es erlaubt mit minimaler zeitlicher Investition ganze Organisationen das Erlernen dieser Fähigkeit zu ermöglichen. Sie finden dabei eine gemeinsame Sprache, die diese emotionale Seite besprechbar macht. Somit schaffen sie die Grundlage für deutlich stärkere Leistung, die Menschen mit Freude und Qualität erbringen können.

Es ist dieser Dreiklang, das Zusammenspiel der drei skizzierten Elemente, das einen Unterschied macht, und grossartige Leistung und Zufriedenheit ermöglicht. Natürlich müssen diese flankiert werden, durch gute Ausbildung, Management-Prozesse, regelmässige Feedback-Gespräche etc. – das bleibt weiterhin gültig. Wer als Führungskraft aber einen Ruck will in der Organisation, Menschen gerade in einer Transformation ihre volle Kraft und Energie entfalten lassen möchte, der ist gut beraten, dieses Zusammenspiel aktiv zu gestalten und konsequent im Alltag vorzuleben.

Wir haben bei einigen Kunden gesehen, was dadurch möglich wird. Oft ist es auch ein Prozess, der seine Zeit braucht, von den strategischen Entscheidungen bis hin zur Begeisterung bei jeder und jedem Einzelnen. Im Laufe des Prozesses sieht man aber Menschen, die mehr Verantwortung übernehmen, die Themen diskutieren, die vorher nicht möglich waren und Ergebnisse, die nicht selten um 30% besser sind als zuvor.